WDR befragt komm-passion-CEO zum Handels-Kräftemessen

„So blöd könne ma auch sein“

Seit 1. Juni gelten in den USA Sonderzölle auf deutsche Stahl- und Aluminiumimporte. Drohungen fliegen über den Atlantik hin und her: Werden wir momentan Zeugen eines rituellen Kräftemessens? Oder zeichnet sich eine ernstzunehmende Krise ab? In einem WDR-Interview gibt komm.passion-CEO Prof. Dr. Alexander Güttler eine Einschätzung aus Kommunikationssicht: „Am dramatischsten waren sicher die Anmerkungen von Macron, der wirtschaftlichen Nationalismus als Voraussetzung für echte Kriege sieht.“ Politische Muskelspielchen sind kein neues Phänomen – und doch sieht Prof. Dr. Güttler einen klaren Unterschied zu früheren Zeiten: „Was bei den Ritualen anders ist als in der Vergangenheit, ist, dass wir uns zum ersten Mal in den letzten zwanzig, dreißig Jahren nicht sicher sein können, ob die andere Seite, in diesem Falle Trump, das Ritual wirklich als Ritual sieht, oder ob er das vielleicht sogar ernst meint.“

Laut Institut der deutschen Wirtschaft könnten sich die Sonderzölle langfristig negativ auf Beschäftigung und Produktion auswirken, da Produktionsüberschüsse auf den bereits gesättigten ausländischen Märkten keinen Absatz finden. Und schon jetzt droht Trump mit einer Ausweitung der Strafzölle auf deutsche Automobile. Ist ein Vergeltungsschlag aus Brüssel wirklich ein kluger Schachzug? Jean-Claude Junckers Aussage „Was die können, können wir genauso“ interpretiert Kommunikationsexperte Güttler daher so: „Der Rheinländer würde sinngemäß sagen: So blöd könne ma auch sein.“

 

Der ganze Beitrag in der WDR-Mediathek (verfügbar bis 01.06.2019).