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Lebensmittelbranche sorglos im Umgang mit der Krise?

Düsseldorf, 6. November 2013 - Zahlreiche Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie sind nur unzureichend für den Krisenfall gerüstet. So besitzen lediglich drei Viertel einen Ablaufplan für den Notfall und nur 58 Prozent führen mindestens einmal im Jahr eine Krisenübung durch. An der kürzlich vorgestellten Online-Umfrage der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie BVE und der AFC Consulting Group nahmen mehr als 300 Unternehmen teil.

Zwar sagen 87 Prozent, dass sie ein ausgearbeitetes Krisenmanagement­system haben. Gleichzeitig verfügen viele Unternehmen aber nicht über die wichtigsten Bestandteile des Krisenmanagements: lediglich 70 Prozent nennen ein Krisenhandbuch ihr Eigen, eine klare Aufgabenverteilung im Krisenstab existiert bei 68 Prozent und sogar nur 40 Prozent monitoren ihre zentralen Risikofelder. 

Die Zahlen sind gerade für die Lebensmittelindustrie überraschend, steht sie doch wie kaum eine andere Branche unter der dauernden Beobachtung der Verbraucherschützer. Gerade mit den Frühwarnsystemen eines Krisen- und Issues Monitoring in den klassischen Medien, aber auch online und in Social Media minimiert man die Gefahr, negativ überrascht zu werden.

Zudem zeigen der jüngste Fleischskandal und die Vielzahl an Produktrückrufen die Notwendigkeit kommunikativer Krisenpräventionsmaßnahmen. Um im Notfall souverän, schnell und sicher agieren zu können, müssten sich die Unternehmen eigentlich gewissenhaft vorbereiten. Doch die Umfrage scheint ein anderes Bild zu zeichnen. Demnach bauten sich lediglich 38 Prozent in den vergangenen Jahren ein tragfähiges Stakeholdernetzwerk auf. Und nur wenige der Unternehmen verfügen über vorbereitete Pressemitteilungen und Statements (36 Prozent), eine Darksite (25 Prozent) oder einen FAQ-Katalog (21 Prozent).

Weitere Informationen liefert der Ergebnisbericht.