Fail again. Fail better.

Während sich Google und die Verleger um Tantiemen der Suchmaschine streiten, hat das Hamburger Startup Fail Better Media Ende November mit SUBSTANZ das erste rein digitale Wissenschaftsmagazin auf den Markt gebracht. Hinter dem Magazin stehen die beiden selbsternannten Medienmogule Georg Dahm und Denis Dilba, die zuvor die Financial Times Deutschland und den hoffnungsfroh gestarteten New Scientist zu Grabe getragen hatten. Nach deren Untergang schweißt nun der Glaube an eine zukunftsfähige Version des Online-Journalismus zusammen.

SUBSTANZ ist als digitales Labor angelegt, in dem Ideen individuell umgesetzt werden sollen, so wie es am besten zur Geschichte passt. Wie das preisgekrönte DUMMY, bei dem jede Ausgabe anders aussieht, sollen bei diesem Magazin für jede Ausgabe ganz andere Stile zum Einsatz kommen. Magazine werden nicht mehr für Print geschrieben und fürs Internet adaptiert, sondern gleich in den Möglichkeiten des digitalen Storytellings gedacht.

Was den Entwicklern Schweißperlen auf die Stirn treibt, ist die Adaption für hunderte verschiedene Tablets mit verschiedenen Betriebssystemen, doch die ersten Resultate können sich sehen lassen. Zum Start reicht das Spektrum bis zur Umsetzung als Graphic Novel.

Ist diese Umkehrung der Nahrungskette und die Abkehr von starren Redaktionssystemen die Zukunft des Online-Journalismus? Ob das Modell für alle Redaktionen taugt, muss sich zeigen, aber SUBSTANZ ist auf dem besten Weg zu beweisen, dass es für Verlage ein digitales Geschäftsmodell gibt, das nicht auf eingeklagten Nutzungsgebühren und Bannerwerbung beruht.