Messenger-Dienst Threema erobert Smartphones

Erfolg durch Themensetting?

Nach der Übernahme des Messenger-Dienstes WhatsApp durch Facebook sorgen sich viele Nutzer um die Sicherheit ihrer Daten. Medien berichten, jeder dritte Nutzer zieht einen Wechsel des Kurznachrichtendiensts in Betracht, vor allem aufgrund von Datenschutzbedenken. Durch die Enthüllungen um die NSA-Spionage ist das Thema bei vielen Nutzern sehr präsent. 

Auf der öffentlichen Agenda zum Erfolg gesurft

Die zum Teil kritische Medienberichterstattung über WhatsApp hat vor allem ein Konkurrent kommunikativ erfolgreich genutzt. Der Messengerdienst „Threema“ eines kleinen Schweizer-Start-Ups. Innerhalb der letzten zwei Wochen soll sich die Nutzerzahl des Dienstes auf über 1,2 Millionen verdoppelt haben. In den Medien konnte sich dieses Programm gegen die anderen WhatsApp Konkurrenten wie Heml.is, Wickr, Viber Surespot oder auch Whistle.im behaupten. Und das vor allem beim Thema Sicherheit. Angeblich soll keiner die dort versendeten Nachrichten mitlesen können, auch aufgrund moderner Verschlüsselung. Auch wegen seines offenen Quellcodes und dem Standort Schweiz wurde der Dienst gelobt.

Doch der jetzige Erfolgssprung liegt nicht nur an der WhatsApp Kritik, das Produkt wurde bereits weit im Vorfeld mehrfach gelobt und für Sicherheit gegenüber der Datensammlung durch die NSA platziert. Schon im August letzten Jahres erschien in der „ZEIT“ ein größerer Artikel über Threema, dessen Messenger es möglichen machen soll, Geheimdienste auszusperren  -  auch weitere Medien interessierten sich plötzlich für den kleinen Anbieter aus der Schweiz, wodurch er in den Google-Rankings als Alternativen zu Messenger Diensten immer weiter oben auftauchte. Auch in Produkttests machte der Messenger im Vergleich zu anderen Anbietern einen sehr guten Eindruck, was zum Erfolg beigetragen hat.

Issues Management: Das richtige Thema in der Schublade haben

Der Fall Threema zeigt, dass die Platzierung eines Produkts zu aktuellen Medienthemen sich schneller in Umsatz- oder Nutzerzahlen bemerkbar macht, als man es vorhersehen kann. Wenn dann der Zufall einem in die Hände spielt, umso besser. Unternehmen sollten aus diesem Fall lernen, sich auch zu relevanten, aktuellen Themen zu positionieren.