10 Goldene Regeln, wie sich dank der AUTO-Formel jedes Crowdinvesting erfolgreich auf die Straße bringen lässt

„Lass das mal den Papa machen“

Im Februar 2014 feierte die deutsche Film-Komödie „Stromberg – Der Film“ im Kino Premiere. Möglich gemacht hatten das 3.000 – in der Regel private – Spender, die über Crowdinvesting rund ein Drittel der Produktionskosten von 3,3 Millionen Euro zur Verfügung stellten. „Stromberg – Der Film“ war das erste über Crowdinvesting finanzierte Projekt, das von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.

Die Investoren konnten insgesamt 20.000 Einzelanteile à 50 Euro erwerben – maximal 20 pro Anleger. Dafür versprach die Produktionsfirma Brainpool dem Investorenpool einen Euro pro verkauftem Kinoticket bei bis zu einer Million verkauften Eintrittskarten – plus/minus null für jeden Spender. Dieser machte erst bei einer Besucherzahl oberhalb der Schwelle Gewinn. Denn dann brachte jedes Ticket 50 Cent ein. Zusätzlich lockte die Produktionsfirma mit Fan-Gimmicks: einer Investorenurkunde, einem Zugang zur virtuellen „Investors-Lounge“, der namentlichen Nennung im Abspann des Films sowie zwei Premierentickets bei einem Investment von 1.000 Euro.

Crowdinvesting als Alternative?

Immer mehr Projekte und Unternehmen, insbesondere Start-ups, entdecken Crowdinvesting als alternative Finanzierungsoption für sich. Der Markt wächst. Noch 2011 betrug das sichtbare Crowdinvesting-Volumen in Deutschland gerade einmal 0,5 Millionen Euro, die ersten fünf Monate dieses Jahres brachten bereits über 18 Millionen Euro ein – und damit schon drei Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Doch auch für Mittelständler in der Wachstumsphase ist die Finanzierungsalternative ebenso interessant. Das überrascht sicherlich manchen KMU (kleine und mittlere Unternehmen)-Geschäftsführer. Betrachtet man die gesamten Emissionsvolumina abgeschlossener Finanzierungsrunden der sechs größten Crowdinvesting-Plattformen zwischen Oktober 2011 und Mai 2015, so zeigt sich: Gut 48 Prozent entfallen auf Unternehmen in der Wachstumsphase.

Denn viele KMU leben nicht im Schlaraffenland. Sie sind in der Regel nicht an der Börse notiert. Sie verfügen meist über kein Sammelbecken an Finanziers, die die Geldbörse öffnen, wenn eine Investition, die Überbrückung eines Liquiditätsengpasses oder eine Wachstumsfinanzierung ansteht. Auch Kreditinstitute stellen ihnen in diesen Fällen höhere Hürden in den Weg, fordern Sicherheiten und Risikozuschläge, die dann nur schwer zu erfüllen sind.

Besonders Kleinst- (mit bis zu zehn) und Kleinunternehmen (mit weniger als 50 Mitarbeitern) bekommen dies tagtäglich zu spüren: Sie scheitern bis zu fünfmal häufiger in Kreditverhandlungen mit Banken als mittlere Unternehmen. Ein weiterer Indikator: 94 Prozent aller Insolvenzen im Jahr 2014 betrafen laut Creditreform Firmen mit einem Umsatz unter fünf Millionen Euro.

„Alles oder nichts“ – in sechs Schritten zu frischem Geld

Grafik: Michael Ewert

Für KMU kann sich mit Crowdfunding der Himmel öffnen – oder das Tor mit dem Zonk. Beim Crowdinvesting, einer speziellen Unterform des Crowdfundings, suchen neue, innovative oder auch bereits etablierte Unternehmen ihre Investoren in der Regel über das Internet. Hier tummeln sich vor allem „Unprofessionals“, die entweder einen besonders hohen Profit erwarten oder ein Projekt unglaublich spannend finden. Investitionen im Crowdinvesting sind bereits in geringen Beitragshöhen möglich, sodass – abhängig vom geplanten Finanzierungsbedarf – meist eine Vielzahl an Investoren benötigt wird. Die bedeutendsten Plattformen heißen Bankless24, Companisto, Deutsche Mikroinvest, FUNDSTERS, Innovestment und Seedmatch.

Wer also die geeignete Plattform für sich identifiziert hat, zieht sich sein bestes Sakko an, putzt sich die Schuhe und wischt nochmal feucht durch. Denn ab jetzt heißt es: „Alles oder nichts“. Denn wenn das Unternehmen oder Projekt die vorher festgelegte Fundingsumme innerhalb der gesetzten Frist nicht erreicht, platzt die Finanzierung komplett. Sämtliche Kapitalgeber erhalten in diesem Fall ihre geleisteten Geldbeiträge zurück; das kapitalbedürftige Unternehmen guckt komplett in die Röhre.

Damit das nicht passiert, hat komm.passion die Erfolgsformel AUTO zusammen mit zehn Goldenen Regeln für professionelle Kommunikation im Rahmen eines Crowdfundings entwickelt.

A = Authentisch

U = Unmittelbar

T = Transparent

O = Offen

Damit lässt sich die Zielgruppe perfekt mobilisieren.

Authentizität spricht die Gefühlsebene an, macht sympathisch oder verschafft ein Image als knallharter Macher. Wichtig ist: Zum Projekt und vor allem zum Unternehmer sollte es passen. Die Webgemeinde wittert sofort, wenn sich jemand verstellt.

Unmittelbar und direkt sollte die Kommunikation mit der Zielgruppe ablaufen. Service steht an vorderster Stelle.

Sämtliche Fakten und Informationen sind so transparent wie möglich aufzubereiten und zu vermitteln.

Offen sollte nicht nur der Mund der potenziellen Investoren stehen, nachdem sie sich das Präsentationsvideo angeschaut haben. Offen, und in erster Linie öffentlich, ist die Kommunikation beim Crowdinvesting. Mauschelei war gestern, beim Crowdinvesting sind alle Fakten, Antworten und Reaktionen jederzeit einsehbar – das Internet vergisst nicht.

„Antwort erbeten – asap!“

Als potenziell bedürftiger Unternehmer sollten spätestens jetzt sämtliche Alarmglocken schrillen. Die Anleger, die sich auf Companisto & Co. herumtreiben, können wahnsinnig anstrengend sein. Sie werfen längst nicht jedem Projekt ihr hart verdientes Geld hinterher. Sie fragen, wofür der Unternehmer das Investment überhaupt haben möchte – und die Antwort möchten sie am liebsten asap. Wer also nicht in der Lage ist, seine potenziellen Anleger zeitnah und transparent zu informieren, der sollte tunlichst die Finger von Crowdinvesting lassen – oder sich professionelle Hilfe von Unternehmens- und Kommunikationsberatern holen. Rentieren wird sich das allemal.

Die Kommunikation für ein solches Projekt ist vor allem eins – sehr intensiv. Und ihre Vorbereitung sollte frühzeitig, bestenfalls ein halbes Jahr, bevor ein Unternehmen überhaupt erstmals an die Öffentlichkeit geht, starten.

Zehn Goldene Regeln für Unternehmer, die ein Projekt per Crowdinvesting realisieren möchten:

1) Langweilen Sie als Unternehmer die potenziellen Investoren, die in ihrem Leben kaum einen Fuß in eine Groß- oder Privatbank gesetzt haben dürften, nicht mit seitenlangen Statements und Unternehmensbeschreibungen.

2) Nutzen Sie Social-Media-Kanäle. Und lassen sich von Profis detailliert die Spielregeln im sozialen Netzwerk erklären.

3) Dialoganreize sind gefragt. Nehmen Sie als Unternehmer Kommentare ernst, die Interessenten zum Projekt-Präsentationsvideo hinterlassen haben, und antworten Sie zeitnah.

4) Überlassen Sie Dinge, von denen Sie nichts verstehen, ausgewählten Fachleuten. Sie gehen ja auch zum Bäcker, wenn Sie Brot kaufen. Also lassen Sie Ihre Digicam stecken und den Präsentationsfilm von Videoprofis erstellen.

5) Ein eigener Internetauftritt ist schön, bildet aber nicht mehr als die Basis.

6) Suchen Sie sich Fürsprecher und Verbündete oder lassen Sie suchen. Aktivieren Sie Ihr bestehendes Netzwerk aus professionellen und erfahrenen Investoren oder Kunden. Bauen Sie so eine eigene Fan-Community auf.

7) Vergessen Sie nicht, Medien als Multiplikatoren für sich arbeiten zu lassen. Haben Sie an Blogger gedacht?

8) Gehen Sie eigene Wege in der Kommunikation: Richten Sie eine Telefon-Hotline ein, und melden Sie sich dort auch regelmäßig zu Wort. Wo bekommt ein Internet-User schon einmal den Unternehmenschef persönlich an die Strippe?

9) Treffen Sie sich mit Ihren neuen Freunden aus der Community. So sehen Ihre potenziellen Investoren, dass hinter dem Projekt, in das sie ihr hart verdientes Geld stecken sollen, ein Mensch aus Fleisch und Blut steckt.

10) Schaffen Sie ganz besondere Anreize für Investoren, bei Ihnen einzusteigen. Beim Stromberg-Film waren das Fan-Gimmicks, die es nirgendwo zu kaufen gab. Wichtig: Es muss zum Projekt passen und darf nichts aus dem 1-Euro-Shop „Made in China“ sein.

Deutschlands und auch Europas bisher größtes Crowdinvesting: WEISSENHAUS Grand Village Resort & Spa

Foto: Weissenhaus

Deutschlands und auch Europas bisher größtes Crowdinvesting realisierte die Weissenhaus Betriebsgesellschaft mbH. Über die Plattform Companisto sammelten die Betreiber zur Wachstumsfinanzierung des WEISSENHAUS Grand Village Resort & Spa, eines Fünf-Sterne-Plus-Luxusresorts der Superlative an der Ostsee, 7,5 Millionen Euro in der Gestalt von partiarischen Nachrangdarlehen ein. Den Anlegern sagten sie einen festen Zinssatz von vier Prozent sowie eine variable Vergütung, die vom Umsatz beziehungsweise der Resort-Auslastung abhängig ist, zu.

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