komm.passion Dossier | Nr. 3/2013

Fesselspiele - Im Corporate Publishing ist nichts unmöglich

Für jeden Autoren, Journalisten und Corporate Publisher ist die jüngste Stufe der digitalen Revolution ein einziger Glücksfall. Seit dem Durchmarsch der Tablets und Mobile-Technologie können wir unsere Geschichten noch spannender, unterhaltsamer, interaktiver erzählen. An die Stelle der eindimensionalen Reportage rückt das non-lineare, viele Kanäle vernetzende Storytelling. Zugegeben, bereits in den vergangenen Jahren gab es die ersten verhaltenen Schritte in diese Richtung – doch erst jetzt wird vielen klar, welche fabelhaften neuen Möglichkeiten ihnen geboten werden.

Gleichwohl werden bis heute allerorten mal mehr, mal weniger hektisch, Inhalte jeglicher Art digitalisiert, auf Websites gestellt und klassische Print-Magazine gerne auch in PDFs umgewandelt. Doch jetzt reicht das nicht mehr. Schließlich haben sich das Mediennutzungsverhalten und dadurch die Erwartungshaltung der Menschen grundlegend geändert.

 

 

So benutzt bereits jeder achte Bundesbürger regelmäßig einen Tablet Computer. Und nach mehr als drei Millionen verkaufter Tablets in 2012 sollen hierzulande laut einer Prognose des BITKOM in diesem Jahr weitere fünf Millionen Tablets über den Ladentisch gehen. Tablets haben sich also innerhalb kürzester Zeit auf dem Markt etabliert und sind nicht mehr weder aus den Wohnzimmern noch aus den Umhängetaschen der Deutschen wegzudenken.

RELEVANZ SCHAFFEN UND BEGEISTERN

Mit dieser technischen Entwicklung einher geht die Suche vieler Unternehmen nach den richtigen Antworten auf entscheidende Fragen: Wie gehe ich am besten mit der Informationsüberflutung um? Wie mit dem Abwandern der Rezipienten von Print zu Online? Welche Formate eignen sich am besten für meine Zielgruppen? Und wie kann ich sie unter Umständen miteinander vernetzen?

Eigentlich eine Binsenweisheit, tatsächlich wird zudem der entscheidende Aspekt oft sträflich vernachlässigt: Wie schaffe ich angesichts des Info-Overloads noch Relevanz für meine Themen? Wie bereite ich sie so auf, dass ich meine Zielgruppen erreiche, begeistere und an mein Unternehmen, meine Marke, Produkte und Dienstleistungen fessele? Wie setze ich also Content Marketing richtig ein?


Ja, Infografiken, QR-Codes, Aktionen auf Facebook, der eigene Blog, Youtube-Kanal oder Twitter-Account sind – je nach Unternehmen, Kommunikationsziel und Zielgruppen – richtig und notwendig. Entscheidend ist dabei aber ein klug abgestimmtes Miteinander aus Text, Foto, Bewegtbild und Kommentarmöglichkeiten in vielfältiger Art.

SPIELTRIEB DER MENSCHEN NUTZEN

Auch den Spieltrieb der Menschen sollten sich die Unternehmen zunutze machen. Gerade online wird er immer mehr ausgelebt. So zocken rund zwei Drittel aller Tablet- oder Smartphone-Nutzer mehrmals in der Woche mit ihren digitalen Alleskönnern. Für die Unternehmen heißt das: egal, wie vermeintlich trocken, ernsthaft, gewichtig ihre Themen sein mögen – sie müssen attraktiv erzählt werden. Und genau so, dass sie dem Nutzer im wahrsten Sinne des Wortes den Spielraum überlassen, um seine eigene Perspektive einnehmen zu können.

Den richtigen Schritt in diese Richtung geht das sogenannte non-lineare Storytelling, das über alle technisch möglichen Kanäle den Rezipienten nicht nur informiert und unterhält, sondern auch zum Mitmachen auffordert und eine hohe Interaktivität auslöst - ihn im wahrsten Sinne an die Geschichte bindet. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Webdokumentation INSITU (⇗http://insitu.arte.tv/de/#/home) von Antoine Viviani.


Der französische Filmemacher zeigt in einer Dauer zwischen 90 und 120 Minuten experimentelle Kunst in Europas Städten. Mit Hilfe einer interaktiven Landkarte kann der Zuschauer online selbst mitten ins Geschehen eintauchen. So tief, dass er den Gesprächen der Künstler und Philosophen, der Stadtplaner und Passanten lauschen kann. Gleichzeitig lädt die Karte jeden dazu ein, von seinen eigenen Erlebnissen, Erinnerungen an erlebte Performances oder von jeglicher Art experimenteller Kunst zu berichten - sei es via PC, Tablet oder Smartphone. Die Europa-Karte lebt so immer weiter: mit ständig neuen Bildern, Videos und Texten. Der Rezipient bewegt sich selbständig zwischen Film und Karte, Blog-Posts, Videobeiträgen und Fotos hin und her, ganz nach seinem eigenen Gusto. Die Diskussion und das Spiel, egal ob im Netz oder in der Stadt, werden so immer weiter geführt - die Zielgruppe bleibt dran!

VERSCHIEDENE EINFALLSTORE ANBIETEN

In Deutschland hat Spiegel-Redakteur Bernhard Riedmann Maßstäbe mit seiner Reportage „Nicht von Gott gewollt” (Spiegel 17/2012) gesetzt. Auch sie ist, iPad basiert, ähnlich wie ein Computerspiel aufgebaut. Der User wird zu einem Zimmer geführt, wo er selbst entscheidet, durch welche Tür, sprich zu welchem Handlungsstrang, er gehen möchte: Will er zunächst ein Interview sehen, ein Video mit allen Highlights oder doch lieber einen Hintergrundtext lesen? Er greift in die Geschichte ein, bestimmt das Erzähltempo und legt selbst fest, von welchem Protagonisten er bestimmte Aspekte und Standpunkte erfahren möchte. Dafür werden ihm vom Autoren verschiedene Erzählformen angeboten: 360°-Fotos, Animationen, Audioslideshows, Videos, Hintergrund-kommentare, leise Gespräche, lauter Gesang und, und, und.

Übersetzt in die Welt des Corporate Publishing bedeutet dies: Unternehmen, Institutionen und Verbände erhalten mit dem non-linearen Storytelling eine hervorragende Möglichkeit, ihre heterogenen Zielgruppen auf unterschiedliche Art und Weise anzusprechen, sie regelrecht zu fesseln mit genau den Inhalten und in der Erzählform, die der jeweilige Rezipient sich wünscht.

MIT BATTERIEN IN DEN WELTRAUM

Der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronik-industrie e.V. setzt bei seiner aktuellen Kampagne „energievollerleben - Ohne Batterien steht die Welt still” neben einer vielschichtigen Kampagnenwebsite vor allem auf sein Tabletmagazin „best of battery”. Konzipiert sowohl für iPad wie auch für Android-Tablets, überlässt es dem Rezipienten selbst, aus welchen Perspektiven dieser mehr über die schier unbegrenzten Einsatzfelder der Batterie erfahren möchte.


So kann der Leser im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Unterseeboot „C-Quester” zu Schiffswracks tauchen, seltene Fischschwärme aus allernächster Nähe betrachten oder sich mit einem Solarschiff auf eine Weltumrundung begeben. Er kann aber auch in die Luft gehen: mit der europäischen Trägerrakete Ariane-5ES zur Internationalen Raumstation ISS. Neben extremen Einsätzen in Sibirien, in der Tiefsee, auf dem Ozean oder im All, zeigt das Magazin die Batterie aber auch in ganz alltäglichen Situation: von der Start-Stopp-Automatik im Auto bis hin zu innovativen Straßenbahnen - und das stets in Form von Bewegtbildern, in Fotostrecken, Interviews, Hintergrundtexten und Infographiken. Die doch eigentlich so „normale” Batterie lernt der Leser so auf spielerische Art in ihrer gesamten Breite kennen.

KEINE FURCHT VOR DER TECHNIK

Die oft geäußerten Bedenken gegenüber den digitalen Medien, ihren Fallen und Kosten haben mittlerweile an Relevanz deutlich verloren. Ja, anders als im Print verändert sich die Technologie ständig - die Software-Updates erinnern uns beinahe täglich daran. Doch schon längst gibt es eine Fülle standardisierter Formate; Entwickler, die schnell und kostengünstig attraktive Formate realisieren können und experimentierfreudige Autoren, die auch die technische Realisierbarkeit im Auge haben. Schließlich sind es die meisten Agenturen gewohnt, das Corporate Publishing als integrierten Bestandteil der Unternehmenskommunikation mitzudenken und entsprechend zu gestalten. Der richtige Umgang mit Inhalten, das klassische Erzählen, das Begeistern von Menschen bis hin zum Auslösen von Interaktionen sind gleichermaßen täglicher Antrieb wie Auftrag des Kommunikationsberaters. Zudem ist es seine originäre Aufgabe, eine Vielzahl an Redakteuren, Grafikern und Technikern zu lenken: damit am Ende tatsächlich die Story entsteht, mit der das Unternehmen seine Zielgruppe fesseln kann. Und dann wird die digitale Revolution auch ein Glücksfall für das Unternehmen.

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