komm.passion-Dossier 08/2014

Der Boost für den Bachelor

Der Bachelor im Fernsehen ist ein Schönling, der Rosen an nicht minder attraktive Damen verteilt. Millionen Menschen interessieren sich für das Format, doch für voll genommen wird es von kaum jemandem. Der akademische Grad Bakkalaureus wird zwar nicht derart belächelt, hat aber durchaus mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen. Von Arbeitgebern in der Kommunikationsbranche wird er häufig als halbgar angesehen.

Berufsbegleitende Programme wie dapr dual, bei dem komm.passion zum Start als Arbeitgeberpartner dabei ist, können den Bachelorabschluss attraktiver machen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das richtige Recruiting.

Employability des Bachelors: noch Luft nach oben

Die Einführung des Bachelors im Zuge des Bologna-Prozesses sollte Hochschulabgänger früher in den Arbeitsmarkt bringen. Doch bei der „Employability“, also der Beschäftigungsfähigkeit von Bachelorabsolventen, gibt es noch Luft nach oben.

Manch Arbeitgeber ist zurückhaltend, wenn es darum geht, Einsteiger einzustellen, die „nur“ einen Bachelorabschluss vorweisen können. Auf der Hand liegen Vorbehalte hinsichtlich des theoretischen Rüstzeugs – ist ein Bachelor wirklich ein „fertiger Akademiker“? Darüber hinaus gibt es Unsicherheiten hinsichtlich zweier Punkte:

a) Die charakterliche Reife:

Der durchschnittliche Absolvent von Diplom- und Magisterstudiengängen war 28 Jahre alt. Bacherlorabsolventen sind in der Regel deutlich jünger. Wer ein G8-Gymnasium besucht und damit sein Abitur nach der 12. Jahrgangsstufe gemacht hat, kann schon im Alter von 20 Jahren sein Abschlusszeugnis in den Händen halten. Gerade in der Kommunikationsbranche aber spielt charakterliche Reife eine wichtige Rolle. Und die kommt mit der Lebenserfahrung, hier können zwei Jahre durchaus einen Unterschied machen. Viele Arbeitgeber schauen sich deshalb überwiegend unter Masterabsolventen um.

b) Die Verweildauer im Unternehmen:

Nicht wenige Bachelorabsolventen treten mit dem Gedanken in den Arbeitsmarkt ein, früher oder später noch einen Master draufzusatteln. Für Arbeitgeber klingt das nicht unbedingt verlockend –  müssen sie doch damit rechnen, dass ihr zeitintensiv und kostspielig ausgebildeter Trainee oder Junior plötzlich wieder akademische Morgenluft schnuppert und an die Uni zurückkehrt. Dabei haben sie doch so schon genug damit zu tun, ihre Mitarbeiter nicht an Wettbewerber zu verlieren.

Diese Nachteile mögen oftmals Vorurteile sein. Unbestritten gibt es auch unter jungen Bachelorabsolventen charakterlich gefestigte High Potentials, die sich langfristig ins Berufsleben stürzen möchten. Arbeitgeber sind hier trotzdem zurückhaltend, die Bewerbungsportale mancher Unternehmen akzeptieren teilweise sogar nur Masterabsolventen. Und wenn Bachelorabsolventen eingestellt werden, dann häufig bei niedrigerem Gehalt. Zudem haben Einsteiger mit Bachelorabschluss nicht überall die gleichen Karrierechancen wie Masterabsolventen.

Sollten also alle einen Master machen?

Sollte die Empfehlung an junge Menschen, die in der Kommunikationsbranche arbeiten möchten, also lauten: „Macht alle euren Master, sonst wird es nichts mit der Karriere?“ Ganz abgesehen davon, dass dies nicht im Sinne von Bologna wäre, ist es schlichtweg nicht möglich. Zumindest nicht im klassischen Hochschulsystem. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe:

a) Der Mangel an Masterplätzen:

Schon jetzt konkurrieren an nahezu jeder Hochschule hunderte Bachelorabsolventen um einen Bruchteil an Masterplätzen. Und das Problem wird sich noch verschärfen: Spätestens im Jahr 2018 werden „doppelt so viele Studenten wie vor drei Jahren um eine nahezu unveränderte Anzahl von Master-Plätzen kämpfen“, so der Hochschulberater Christian Berthold auf Spiegel Online. Während die Kultusministerkonferenz von einem „ausreichenden Studienplatzangebot“ spricht, prognostiziert Bertholds Modellrechnung bis zu 36.000 fehlende Masterplätze. Was also tun als Student? Die Uni wechseln? Oder einen ganz anderen Master draufsatteln, als ursprünglich geplant? Das geht, ist aber nicht so einfach. Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt

b) Das konsekutive System:

Zwei der Hauptanliegen von Bologna waren: mehr Flexibilität und Mobilität. Den Bachelor hier, den Master dort – die Basis in diesem, die Vertiefung in jenem Fach. Soweit die Theorie. Doch die Praxis sieht oftmals anders aus. Viele Fächer sind – für die Studierenden häufig überraschend – nicht ohne weiteres anschlussfähig. Die Hürden für einen Wechsel von einer Hochschule zur anderen sind teilweise sehr hoch.

Das sorgt für große Unzufriedenheit, ja für Frust, Wut und Verzweiflung unter Studierenden. Das belegen diverse offene und an sich nicht offen gedachte aber öffentlich gewordene Briefe an die Hochschulverwaltung. Der Tenor: Wie und wo sollen wir denn bitteschön unseren Master machen? Eine Antwort könnte lauten: neben dem Beruf.

Berufsbegleitende Studiengänge als Antwort?

Duale Angebote auf Masterlevel sind ein in Deutschland noch recht neues Phänomen. Schon alleine deshalb, weil es den Masterabschluss in der heutigen Form noch nicht sehr lange gibt. Doch so langsam kommt Bewegung in die Sache, auch in der Kommunikationsbranche. Private Institutionen sind hier naturgemäß die ersten, die neue Formate auf den Weg bringen. Aber auch staatliche Hochschulen bewegen sich.

Das ist nachvollziehbar, denn berufsbegleitendes Studieren ist auch und gerade auf Masterlevel eine ernstzunehmende Alternative zum Vollzeitstudium. Nicht zuletzt lassen sich damit Vorbehalte entkräften, die Arbeitgeber gegenüber dem Bachelor haben.

Wir erinnern uns: Da gibt es Zweifel, was das theoretische Rüstzeug angeht. Bei einem berufsbegleitenden Masterstudium eignen sich die Mitarbeiter zusätzliches Wissen und Können während der ersten beiden Berufsjahre an.

Dann ist da das Risiko der Rückkehr zur Hochschule. Auch das wird durch ein berufsbegleitendes Masterstudium aus der Welt geschafft. Mehr noch: Das Modell dient als wirksames Instrument, um Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, auch über das Studium hinaus.

Der Vorwurf der mangelnden charakterlichen Reife hingegen kann durch ein berufsbegleitendes Masterstudium alleine nicht entkräftet werden. Hier muss im Vorfeld ganz genau hingeschaut werden, wer für ein derartiges Programm in Frage kommt, mindestens so genau wie bei einer „normalen“ Einstellung. Denn wer berufsbegleitend studieren möchte, braucht eine überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft, unternehmerisches Denken und Handeln sowie Disziplin und Flexibilität – das sagen zumindest Personalentscheider aus rund 1.700 Unternehmen aller Größen und Branchen, die die Hochschule Fresenius Köln befragt hat. Diese Stärken können die Studierenden dann aber auch voll im Beruf einbringen – und machen damit ggf. auch ihre mangelnde Lebenserfahrung wett.

Im Vergleich zu einem Vollzeit-Studium bietet die berufsbegleitende Variante weitere Vorteile: So können die Studierenden das Gelernte direkt im Job anwenden und bei ihrem Arbeitgeber dadurch schon während der Studienzeit neue Sichtweisen und Methoden einbringen. Gleichzeitig können sie Arbeitserfahrungen im Studium reflektieren. Wie groß der Aufwand für Arbeitgeber und Studierende ist, hängt vom Studienkonzept ab. Hier gibt es Modelle, bei denen sich Berufs- und Studienalltag problemlos miteinander vereinbaren lassen.

Bleibt, wie so oft, die Frage der Finanzierung. Hier kann ein berufsbegleitendes Studium ein echtes Win-Win-Modell für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sein: Der Mitarbeiter bekommt – im Gegensatz zum Vollzeitstudium – ein Gehalt. Dieses Gehalt kann (muss aber nicht) mit den Studienkosten verrechnet werden. So kann das Studium für den Arbeitgeber kostenneutral gestaltet werden. Steuerlich ergeben sich für beide Seiten attraktive Effekte, je nachdem, an welchen Stellschrauben man dreht.

dapr dual kombiniert Recruiting und Qualifizierung

Die Vorteile des dualen Studierens haben auch uns an der Deutschen Akademie für Public Relations (DAPR) überzeugt. Bei der Entwicklung unseres Angebots „dapr dual“  haben wir die Vorbehalte und Bedürfnisse von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ernstgenommen. Wir wollten ein Programm ins Leben rufen, das vielversprechenden Bachelorabsolventen eine echte Chance auf einen Top-Job bietet – und Arbeitgebern den Zugang zu jobtauglichen High Potentials eröffnet. Zu High Potentials, die auch über das Traineeship/Volontariat hinaus im Unternehmen bleiben.

Für die Entwicklung dieses Programms haben wir uns intensiv mit Branchenpartnern ausgetauscht: mit Prof. Dr. Peter Szyszka, der uns als Experte so überzeugt hat, dass wir ihn dauerhaft als wissenschaftlichen Beirat mit ins Boot geholt haben; mit dem Weiterbildungskreis der GPRA, wo einige der profiliertesten HR-Experten in der Kommunikationsbranche versammelt sind; mit ausgewählten Arbeitgebern, mit Young Professionals, mit Studentenverbänden und weiteren Akteuren in der Kommunikationsbranche. Außerdem haben wir das Know-how aus der PRCC Personalberatung einfließen lassen.

Herausgekommen ist ein Karriereprogramm, das sich an Einsteiger in der Kommunikationsbranche richtet, vor allem an Absolventen von Bachelorstudiengängen. Es kombiniert das berufsbegleitende Masterstudium an der DAPR und der Donau-Universität Krems (DUK) mit professionellem Recruiting und Assessment. Die Rolle der DAPR beschränkt sich damit nicht auf die Qualifikation der Mitarbeiter – sie liefert auch die passenden Kandidaten für Einstiegspositionen. Für Arbeitgeber ist das Recruiting kostenlos, sie tragen nur die Gebühren für das Studium.

Zum Start konnten wir als Arbeitgeberpartner vier renommierte Agenturen gewinnen. komm.passion ist neben ergo Kommunikation, fischerAppelt und Hill+Knowlton Strategies als Initialpartner bei dapr dual dabei: „Mit dem Programm schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe“, sagt komm.passion-Geschäftsführerin Jelena Mirkovic. „Auch unter Bachelorabsoventen gibt es viele High Potentials. dapr dual hilft uns, sie zu finden, zu fördern und zu halten.“ Im nächsten Jahr werden weitere renommierte Akteure zu dapr dual hinzukommen. Aktuell sprechen wir unter anderem mit namhaften Vertretern aus Industrie und Handel.

Als Verbandspartner ist die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) mit im Boot. „Wer als Arbeitgeber heute Talente für sich gewinnen und an sich binden möchte, muss sich bewegen. Deshalb haben wir unsere Aus- und Weiterbildungsdialoge gestartet“, sagt der ehemalige GPRA-Präsident und komm.passion CEO Prof. Dr. Alexander Güttler. „Berufsbegleitende Ausbildungsformate sind ein Schritt in die richtige Richtung. Daher unterstützen wir das Karriereprogramm dapr dual.“

Ganz gleich, auf welches berufsbegleitende Modell Arbeitgeber zukünftig setzen werden. Klar ist: Berufsbegleitende Studiengänge sind auf dem Vormarsch, der Bachelor wird an Employability gewinnen. Und das ist eine gute Entwicklung.


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Dieses Dossier entstand in Zusammenarbeit von komm.passion und der Deutschen Akademie für Public Relations (DAPR). Der Autor Philip Müller ist Geschäftsführer der DAPR.

Ein Info-PDF zu dapr dual können Sie hier herunterladen.

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Philip Müller • Geschäftsführer Deutsche Akademie für Public Relations GmbH (DAPR)
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